Sulak Sivaraksa, der am 27. März 1933 in Thailand geboren wurde, ist der Gründer und Direktor der thailändischen NGO „Sathirakoses-Nagapradeepa Stiftung“. Er ist nicht nur der Initiator einiger sozialer, humanitärer, ökologischer und spiritueller Bewegungen und Organisationen in Thailand (z.B. dem College SEM – Spirit in Education Movement), sondern gilt im Westen auch als einer der Väter des INEB (International Network of Engaged Buddhists), das 1987 von führenden Buddhisten wie dem 14. Dalai Lama, dem vietnamesischen Mönch und Friedensaktivisten Thich Nhat Hanh sowie dem Theravada Bhikkhu Maha Ghosa gegründet wurde. Als Sulak Sivaraksa 1995 den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) erhielt, erreichte er in Europa und den USA einen höheren Bekanntheitsgrad. Als Enkel eines chinesischen Immigranten erhielt Sulak Sivaraksa seine Ausbildung in Bangkok und an der Universität von Wales, wo er jetzt „Honorary Fellow in Buddhism“ ist. Als er nach Hause zurückkehrte, wurde er der Herausgeber eines Intellektuellenmagazins („Social Science Review“). Bald lenkte er seine Energien auf die Entwicklung von Nachhaltigkeits-Modellen für eine im schnellen Wandel befindlichen wirtschaftliche und soziale Welt. Der Militärputsch 1976 zwang ihn zwei Jahre lang zum Exil. In dieser Zeit reiste er durch Kanada, Amerika und Europa und war referierte vor akademischen Kreisen. Diese Kontakte erwiesen sich als günstig, als Sivaraksa 1984 wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wurde. Internationalen Proteste bewirkten, dass ihn die Regierung freiließ. Sivaraksa wurde 1991 erneut wegen Majestätsbeleidigung beschuldigt, nachdem er an der Universität von Thammasat einen Vortrag über die Unterdrückung der Demokratie in Thailand gegeben hatte. Sivaraksa floh und ging ins Exil, bis er die Gerichtshöfe 1995 von seiner Unschuld überzeugen konnte. Im gleichen Jahr erhielt er den alternativen Nobelpreis. Sulak war ein starker Kritiker des abgesetzten thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra. Er klagte Thaksin bei Kundgebungen der People's Alliance for Democracy öffentlich wegen Ehebruchs an, wofür er jedoch nie Beweise erbracht hat. Während eines Protests am 26. Februar 2006 bezeichnete Sulak Thaksin als bemitleidenswerten Hund. Sulaks Kommentare wurden von Somsri Hananantasuk, dem Vorsitzenden von Amnesty International Thailand verurteilt, der sagte, dass solche Worte zu Gewalttätigkeiten führen könnten.